Odenwälder SPD nominiert Kreistagsvorsitzenden für hessischen Landtag

Presse

HAINSTADT. 


Der Odenwälder Kreistagsvorsitzende Rüdiger Holschuh (Beerfelden, 45) konzentrierte sich in seiner Auftaktrede größtenteils auf kreisspezifische Inhalte: Ein Zusammenschluss mehrerer kommunaler Krankenhäuser zu einer Holding unter der Regie des Landes kommt für den Verwaltungswirt im Falle seiner Wahl nicht infrage. Der Umgang mit dem Schutzschirm, unter den der Odenwald gerutscht ist und der fragwürdige Auflagen enthalte, erinnere im Umgang an das Lehnsherren-Prinzip. „Gespräche auf Augenhöhe sehen anders aus. Das müssen wir ändern. Wir sind eine kommunale Familie und müssen unsere Probleme gemeinsam lösen.“
Den Vorwurf, der Odenwald gebe zu viel für Bildung aus, kommentierte der Bewerber für die Bundestagswahl für den Wahlkreis Odenwald, Jens Zimmermann (Schaafheim) schlicht mit: „Ich glaub es hackt.“ SPD-Kreistags-Fraktionsvorsitzender Günter Verst beleuchtete die Schuldenübernahme genauer und stellte fest, dass diese lediglich zu einer relativ geringen Zinsersparnis im Jahr führen würde. „Dafür die Basis unseres politischen Handelns aufzugeben, das sind mir die 200 000 Euro nicht wert“, so der Fraktionsvorsitzende.
Armut trotz Arbeit oder Scheinselbstständigkeit, die ihm auf der Verwaltung begegneten, seien so nicht hinnehmbar. Der Beitrag zum EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) könne so aussehen, dass jede Kommune wieder ihren eigenen Strom produziere. Große Industrien aus der EEG-Zulage herauszunehmen, hält der Beerfelder Finanzverwalter für nicht gerechtfertigt. Gravierende Missstände, erzeugt durch die bestehende Landes- und Bundesregierung, machten eine starke Rückendeckung des Kandidaten in einer „richtungsweisenden und entscheidenden Wahl“ nötig, so die einhellige Meinung der Anwesenden. Letztendlich seien auch die noch ausstehenden Wahltermine ein Indiz für die Inkompetenz der jetzigen Regierung. Oliver Grobeis fordert mehr Politik für den ländlichen Raum; der Odenwald „da unten“ werde ja gerne mal übersehen. „Es gab noch nie so eine kommunalfeindliche Landesregierung“ äußerte sich auch Schriftführer Edmund Hoffmann-Protze. Günter Zabel appellierte, Hessen wieder zu einem wirtschaftlich und sozial starken Bundesland zu machen, und warb für Geschlossenheit: „Wir haben Wahlen immer gewonnen, wenn wir eine Einheit waren.“ Das persönliche Gespräch mit den Bürgern hält der ehemalige Landtagsabgeordnete gerade in Zeiten von Facebook und anderen sozialen Netzwerken für unersetzlich.

„Es ist alles schon gesagt, nur noch nicht von mir“, ist nicht das Motto von Kirsten Krämer. Als Ersatzkandidatin sagte sie Holschuh ihre volle Unterstützung zu – und schloss an diesem Abend noch die ein oder andere, auch zeitbedingte, thematische Lücke. Demografischer Wandel, längeres gemeinsames Lernen, Bildung anders gestalten liegen der Reichelsheimerin besonders am Herzen. Auch die Jugendpflege dürfe nicht auf Ehrenamtliche abgewälzt werden. Schließlich habe auch jüngst die Aufmerksamkeit des Reichelsheimer Jugendpflegers zum schnellen Aufdecken der neonazistischen Gruppierung geführt.

 
Quelle: http://www.echo-online.de/region/odenwaldkreis/breuberg/Ruediger-Holschuh-wird-kandidieren;art1267,3415353